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Von weit gereisten Bikern und jugendlichen Kurvenfans Von Klaus Thomas Heck ( www.stimme.de) Samstag bleiben bei Bäcker Horst Hoyer die Brötchen kalt. Informatiker Werner Hagedorn nimmt bereits am Freitag einen halben Urlaubstag. Und Zimmermann Uwe Hasse hat extra vorgearbeitet, damit er früher ins Wochenende kann. Ziel des Trios: das 26. Motorrad-Treffen in Obergimpern. 1500 Besucher am Freitag und fast halb so viele am Samstag machen den Alten Sportpark zum Erlebnisfeld. Hunderte von Maschinen knattern, von der Yamaha bis zur Moto Guzzi, überall stehen Zelte. Hoyer, Hagedorn und Hasse haben die weiteste Anreise. Aus Hemdingen kommen die drei, 30 Kilometer nördlich von Hamburg, und haben gleich noch neun Mitstreiter von den Motorradfreunden Hemdingen dabei. "Obergimpern ist Pflicht ", sagt Hoyer, der bereits zum 20. Mal im Kraichgau vorbei schaut. Die Sonne strahlt, das Bier schmeckt. Wie jedes Jahr. Zwischen ihren Zelten fachsimpeln die Nordlichter über Maschinen, Oldtimer und die schönsten Strecken. Oder albern einfach nur herum. Mit Wolfgang Staab zum Beispiel. Der 40-Jährige aus Biebergemünd bei Hanau hat Töchterchen Natascha (8) auf dem Sozius mitgebracht. Ein alter Bekannter, den die Hemdinger zwei Mal jährlich auf Biker-Festen wieder sehen. Was ihr am besten Gefallen hat? Da muss Natascha nicht lange überlegen: "Die Kurven auf der Landstraße." Auf der Autobahn ist's langweiliger. Einen neuen Flitzer hat Staab seit Mai, eine Yamaha für ein fünfstelliges Sümmchen. Ein Geburtstagsgeschenk von Ehefrau Christina, die nun daheim selbst für den Führerschein büffelt. Dann geht's demnächst auf gemeinsame Touren. Ein volles Programm hat der Motorradclub Obergimpern (MCO) auf die Beine gestellt. 185 Mitglieder zählt der Verein, am Wochenende kümmern sich fast 140 Helfer um die knapp 200 Zweirad-Gäste. Freitag spielt die vereinseigene MCO-Band, am Samstag sorgen Rock's Off bis weit nach Mitternacht für Stimmung. Die Unterländer bieten Rock-Coversongs der achtziger und neunziger Jahre, feurig und laut. Lenny Kravitz, Bon Jovi, AC/DC. Tagsüber ist das Leben auf dem Sportplatz beschaulicher. Ein paar düsen mit ihren Flitzern mal kurz durch den Odenwald, andere gammeln im Freibad. Wer's nicht so weit schafft, springt einfach in das blaue Planschbecken, das der MCO hinter dem Festzelt aufgebaut hat. Timo Günther ist so einer, der sich in seiner Freizeit bei den Obergimpernern engagiert. "Trinken, Essen, Blödsinn schwätzen." Seit 15 Jahren ist er Mitglied beim MCO, Sohnemann Nico und Ehefrau Liane natürlich auch. Ein Motorrad hat keiner von ihnen. "Wir sind trotzdem immer dabei." Bei seinem Bruder Uwe ist das Ehrensache. Der hat seine Ehefrau Silke 1989 beim Motorrad-Treffen auf dem Sportplatz kennen gelernt, seit zwölf Jahren sind die beiden verheiratet. Silkes Kameraden von den Motorradfreunden Schwaben aus Böblingen und Umgebung schauen seitdem jedes Jahr im August nach dem rechten. Achim und Jörg zum Beispiel, die den Samstag für einen Abstecher ins Jagsttal nutzen. Oder Otto Gößler. Wenn der 39-Jährige durchs Festzelt stapft, klimpert und funkelt er bereits von weitem. 21 silbrige Metallplaketten baumeln an seiner Mütze - eine für jedes Obergimperner Motorrad-Treffen. " Die Leute im Ort kenn' ich mittlerweile auch schon." Hat sich die Biker-Szene verändert? Gößler grinst: "Ich fahre nicht mehr so schnell." Jaja, man wird älter. Sonntag machen sich die ersten wieder auf die Heimfahrt. Schnell noch frühstücken, los geht's. Nächstes Frühjahr trifft man sich wieder. Bei den Motorradfreunden in Hemdingen bei Hamburg. 18.08.2003 |